Nachfolgefahrplan im Familienunternehmen: So planen Sie Ihre Unternehmensnachfolge
Nachfolgefahrplan im Familienunternehmen
So planen Sie erfolgreich Ihre Unternehmensnachfolge
Viele Unternehmerfamilien wissen, wer einmal übernehmen soll.
Aber sie wissen noch nicht genau, wie der Weg dorthin aussehen soll.
Der Nachfolger arbeitet bereits im Unternehmen. Der Übergeber möchte schrittweise kürzertreten. Erste Gespräche mit Steuerberater oder Rechtsanwalt haben vielleicht schon stattgefunden.
Und trotzdem bleiben entscheidende Fragen offen:
Wann geht welche Verantwortung über? Wer entscheidet künftig was? Welche Fähigkeiten muss der Nachfolger noch entwickeln? Welche Rolle übernimmt der Senior später? Und ist das Unternehmen überhaupt darauf vorbereitet, ohne den bisherigen Inhaber erfolgreich weiterzulaufen?
Genau diese Fragen beantwortet ein Nachfolgefahrplan.
Ein guter Nachfolgefahrplan legt nicht nur fest, wann übergeben wird. Er beschreibt, was bis dahin passieren muss, damit Menschen, Familie und Unternehmen wirklich bereit sind.
Was ist ein Nachfolgefahrplan?
Ein Nachfolgefahrplan ist der konkrete Entwicklungs- und Zeitplan für die Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen.
Er verbindet:
- Ziele der Unternehmerfamilie,
- Rollen von Übergeber und Nachfolger,
- Verantwortung und Entscheidungsrechte,
- Entwicklung des Nachfolgers,
- zukünftige Rolle des Übergebers,
- notwendige Veränderungen im Unternehmen
- sowie wichtige rechtliche, steuerliche und Eigentumsfragen.
Damit ist er mehr als eine Checkliste oder ein Übergabedatum.
Er beantwortet vor allem eine Frage:
Wie kommen wir strukturiert von unserer heutigen Situation zu einer funktionierenden Unternehmensübergabe?
Die 5 wichtigsten Schritte zu einem belastbaren Nachfolgefahrplan
1. Die Ausgangssituation ehrlich klären
Bevor ein Nachfolgeplan entsteht, muss klar sein, wo Familie und Unternehmen tatsächlich stehen.
Dabei sollten Übergeber und Nachfolger unter anderem beantworten:
- Ist die Nachfolge wirklich gewollt?
- Welche Erwartungen haben beide Generationen?
- Welche Verantwortung trägt der Nachfolger bereits?
- Wie stark hängt das Unternehmen noch vom Senior ab?
- Wo bestehen heute schon Konflikte oder Unklarheiten?
- Welche Themen wurden bisher immer wieder vertagt?
Gerade hier zeigen sich häufig unterschiedliche Wahrnehmungen.
Der Senior glaubt möglicherweise, bereits viel Verantwortung abgegeben zu haben. Der Nachfolger empfindet seine Entscheidungsfreiheit dagegen als gering.
Ein gemeinsamer Nachfolgefahrplan kann nur entstehen, wenn zunächst ein gemeinsames Bild der Ausgangslage entsteht.
2. Das Ziel der Unternehmensnachfolge festlegen
„Das Unternehmen soll in der Familie bleiben“ ist noch keine ausreichende Nachfolgestrategie.
Es muss konkreter werden.
Wie soll das Familienunternehmen nach der Übergabe aussehen?
Welche Rolle übernimmt die nächste Generation?
Wie stark möchte der Übergeber später noch eingebunden sein?
Welche Unternehmensentwicklung ist geplant?
Was soll bewahrt werden – und was muss sich verändern?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich ein sinnvoller Nachfolgeplan erstellen.
Denn ohne gemeinsames Ziel werden viele Einzelentscheidungen immer wieder neu diskutiert.
3. Verantwortung und Entscheidungsrechte schrittweise übertragen
Einer der häufigsten Fehler in der Unternehmensnachfolge lautet:
Der Nachfolger bekommt Aufgaben – aber keine echte Entscheidungsfreiheit.
Dann entstehen zwei Führungszentren.
Der Nachfolger entscheidet, der Senior korrigiert. Mitarbeitende fragen vorsichtshalber beide Generationen. Führungskräfte warten ab, wer am Ende das letzte Wort hat.
Ein guter Nachfolgefahrplan legt deshalb konkret fest:
- Welche Verantwortung übernimmt der Nachfolger wann?
- Welche Entscheidungen darf er selbst treffen?
- Welche Themen werden zunächst gemeinsam entschieden?
- Wann gibt der Übergeber weitere Bereiche ab?
- Welche Rolle übernimmt er anschließend?
Verantwortung ist erst dann wirklich übertragen, wenn auch die notwendigen Entscheidungsrechte mitgehen.
4. Den Nachfolger gezielt auf die Unternehmerrolle vorbereiten
Ein Nachfolger wird nicht automatisch zum Unternehmer, nur weil er Anteile erhält oder Geschäftsführer wird.
Er muss lernen, das gesamte Unternehmen zu führen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Selbstführung,
- Mitarbeiterführung,
- Zusammenarbeit im Führungsteam,
- strategisches Denken,
- wirtschaftliche Entscheidungen,
- Umgang mit Risiken,
- Konfliktfähigkeit
- und Verantwortung für Ergebnisse.
Viele Nachfolger arbeiten jahrelang im Unternehmen, ohne ausreichend Gelegenheit zu bekommen, am Unternehmen zu arbeiten.
Genau deshalb gehört die persönliche und unternehmerische Entwicklung der nächsten Generation in jeden ernsthaften Nachfolgefahrplan.
Verantwortung kann übertragen werden. Unternehmerische Wirksamkeit muss entwickelt werden.
5. Das Unternehmen selbst nachfolgefähig machen
Auch der beste Nachfolger kann nur erfolgreich übernehmen, wenn das Unternehmen dafür bereit ist.
Eine hilfreiche Frage lautet:
Was würde passieren, wenn der bisherige Unternehmer morgen für mehrere Monate ausfiele?
Würden Entscheidungen weiter getroffen?
Wissen Führungskräfte, wofür sie verantwortlich sind?
Sind zentrale Kundenbeziehungen ausschließlich an den Senior gebunden?
Ist wichtiges Wissen dokumentiert?
Funktionieren Prozesse und Führung auch ohne ihn?
Wenn nicht, besteht ein erhebliches Nachfolgerisiko.
Ein Nachfolgefahrplan sollte deshalb auch berücksichtigen:
- Führungsstrukturen,
- Verantwortlichkeiten,
- Wissenstransfer,
- Prozesse,
- Organisation,
- wichtige Kundenbeziehungen
- und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Das Ziel sollte nicht nur sein, ein Unternehmen zu übergeben.
Es sollte ein Unternehmen übergeben werden, das unter neuer Verantwortung erfolgreich weitergeführt werden kann.
7 Warnsignale: Ihrem Nachfolgefahrplan fehlen noch wichtige Punkte
Prüfen Sie Ihre aktuelle Situation:
- Es gibt keinen schriftlichen Nachfolgeplan.
- Übergeber und Nachfolger nennen unterschiedliche Zeitpunkte für die Übergabe.
- Der Nachfolger trägt Verantwortung, seine Entscheidungsrechte sind aber unklar.
- Der Senior bleibt bei fast allen wichtigen Entscheidungen unverzichtbar.
- Es gibt keinen konkreten Entwicklungsplan für den zukünftigen Unternehmer.
- Mitarbeitende wissen nicht eindeutig, wer bei wichtigen Fragen entscheidet.
- Niemand kann klar beschreiben, welche Schritte in den nächsten zwölf bis 24 Monaten erfolgen sollen.
Treffen mehrere Punkte zu, ist das kein Beweis dafür, dass die Nachfolge scheitert.
Es zeigt aber, dass aus einer allgemeinen Absicht noch kein belastbarer Nachfolgefahrplan geworden ist.
Wie detailliert sollte ein Nachfolgefahrplan sein?
Ein guter Nachfolgefahrplan muss nicht jede Entwicklung Jahre im Voraus vorhersehen.
Er sollte aber drei Dinge eindeutig machen:
Was soll erreicht werden?
Was ist der nächste konkrete Schritt?
Wer übernimmt dafür bis wann Verantwortung?
Zusätzlich sollten klare Meilensteine festgelegt werden.
Zum Beispiel:
Der Nachfolger übernimmt einen weiteren Verantwortungsbereich.
Der Senior zieht sich aus bestimmten operativen Entscheidungen zurück.
Ein wichtiges Wissensgebiet wird übertragen.
Die Zusammenarbeit im Führungsteam wird neu geregelt.
Die nächste Phase der Eigentumsübertragung wird vorbereitet.
Entscheidend ist, den Fahrplan regelmäßig zu überprüfen.
Denn Unternehmensnachfolge ist kein starres Projekt. Menschen, Unternehmen und Rahmenbedingungen verändern sich.
Der Weg darf angepasst werden.
Das Ziel sollte dabei klar bleiben.
Unser Ansatz bei der Entwicklung eines Nachfolgefahrplans
Bei Dr. Hepper wird Unternehmensnachfolge nicht als einzelner Übergabetermin verstanden. Sie ist ein Prozess, in dem persönliche, unternehmerische und vermögensbezogene Fragen ineinandergreifen.
Die Unternehmerfamilie Hepper und ihr Team betrachten deshalb drei Bereiche gemeinsam:
Familie und Beziehungen
Welche Erwartungen, Lebenspläne und Rollen gibt es innerhalb der Familie? Wie können Verantwortung, Fairness und unterschiedliche Interessen so zusammengebracht werden, dass Entscheidungen tragfähig bleiben?
Unternehmen und Zukunft
Wie müssen Führung, Organisation, Finanzen und Verantwortlichkeiten gestaltet werden, damit der Nachfolger tatsächlich unternehmerische Verantwortung übernehmen kann und das Unternehmen langfristig handlungsfähig bleibt?
Vermögen und Eigentum
Wie werden Anteile, Immobilien und weiteres Vermögen sinnvoll strukturiert? Wie können Übergeber und Familie abgesichert und steuerliche sowie rechtliche Rahmenbedingungen frühzeitig berücksichtigt werden?
Dabei geht es nicht darum, einem vorgefertigten Schema zu folgen. Gemeinsam werden Rollen geklärt, Verantwortung schrittweise übertragen und unterschiedliche Szenarien durchdacht.
So entsteht kein Standardplan, sondern ein individueller Nachfolgefahrplan, der zur Unternehmerfamilie, zum Unternehmen und zu den tatsächlichen Eigentums- und Vermögensverhältnissen passt.
Das Ziel: Eine Nachfolge, die nicht nur formal geregelt ist, sondern von Familie, Unternehmen und Eigentümern langfristig getragen werden kann.
Wann externe Unterstützung sinnvoll ist
Die Zukunft vom Unternehmen, der Familie und dem Vermögen entscheidet sich maßgeblich bei der Unternehmensnachfolge. Deswegen unterstützen wir, die Unternehmerfamilie Dr. Hepper, Sie in diesem entscheidenden Prozess. Durch unsere einzigartige Gesamtbetrachtung von Nachfolgeplanung, NextGen-Ausbildung und Unternehmensentwicklung werden Generationen gemeinsam stärker als je zuvor.
Unternehmerfamilien machen diesen entscheidenden Prozess oft zum ersten Mal.
Ein neutraler Blick von außen ist besonders hilfreich, wenn:
- Übergeber und Nachfolger unterschiedliche Vorstellungen haben,
- nicht klar ist, womit begonnen werden sollte,
- viele Einzelthemen gleichzeitig auf dem Tisch liegen,
- Verantwortung zwar übertragen werden soll, aber der Weg dorthin fehlt,
- der Prozess seit Monaten oder Jahren nicht richtig vorankommt
- oder Familie und Unternehmen einen gemeinsamen Nachfolgefahrplan entwickeln möchten.
Dabei geht es zunächst nicht darum, sofort Lösungen vorzugeben.
Der erste Schritt besteht darin, die Situation richtig einzuordnen und zu erkennen, welche Fragen in welcher Reihenfolge geklärt werden müssen.
Unternehmensnachfolge wird planbar, wenn aus Vorstellungen ein Fahrplan wird
Viele Unternehmerfamilien haben ein grundsätzliches Ziel:
Das Unternehmen soll weitergeführt werden.
Der Nachfolger soll erfolgreich übernehmen.
Der Übergeber möchte sein Lebenswerk in guten Händen wissen.
Doch zwischen diesem Wunsch und einer funktionierenden Übergabe liegen zahlreiche Entwicklungsschritte.
Ein guter Nachfolgefahrplan macht diese Schritte sichtbar.
Er zeigt:
was geklärt werden muss,
wer Verantwortung übernimmt,
welche Fähigkeiten entwickelt werden müssen
und was im Unternehmen verändert werden sollte.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Wann wollen wir übergeben?“
Sondern:
„Was muss bis dahin passieren, damit wir wirklich bereit für die Übergabe sind?“
In einem vertraulichen Erstgespräch wird die aktuelle Situation eingeordnet und gemeinsam betrachtet, welche Themen für einen individuellen Nachfolgefahrplan zuerst relevant sind.
3 Schritte zur Zusammenarbeit mit unserem Haus
Unser Vorgehen folgt einer transparenten, klaren Struktur – wir legen Wert auf Seriosität und Vertrauen.
1.
Infogespräch per Telefon (kostenlos)
In diesem 30-minütigen Telefonat erhalten Sie einen Überblick zu den allgemeinen Möglichkeiten in Ihrer Situation, nachdem wir Ihre Thematik grob analysiert haben. Dazu tragen Sie sich unter dem nachstehenden Button für ein kostenloses Informationsgespräch ein und wir rufen Sie zum gewünschten Zeitpunkt an. Hier reicht es, wenn nur einer der Beteiligten initial dabei ist.
2.
Strategiegespräch per Videocall (kostenlos)
Nachdem wir Ihre Situation analysiert haben und wissen, dass wir Ihnen sicher helfen können, zeigen wir Ihnen in diesem 60-minüten Video-Gespräch das konkrete Vorgehen auf. Sie lernen detailliert unseren Ansatz kennen und erfahren, wie wir bereits Anderen in ähnlicher Situation geholfen haben. Hier sollten alle wichtigen Beteiligten dabei sein, um offene Fragen zu klären.
3.
Entscheidung zur Zusammenarbeit
Sie erhalten ein offizielles Angebot, können in Ruhe drüber schlafen und entscheiden, ob Sie diesen komplexen, wichtigen Prozess alleine wagen – ohne eine zweite Chance zu haben. Oder ob wir den Weg gemeinsam gehen und wir Sie individuell und kompetent an die Hand nehmen. Dann vereinbaren wir den direkt ersten Termin und Sie profitieren von unserem langjährigen Erfahrungsschatz, tiefem Wissenshintergrund und handerlesenem Netzwerk.
Die Autoren: Unternehmerfamilie Dr. Hepper
Geschrieben von Dr.-Ing. Ronald Hepper und Sophie Hepper
Dr. Ronald Hepper verfügt über langjährige Erfahrung als Geschäftsführer und Unternehmer in Handwerk, Mittelstand, Konzern und Familienholding. Sophie Hepper ist Wirtschaftspsychologin, Nachfolgerin und geschäftsführende Gesellschafterin im gemeinsamen Familienunternehmen. Gemeinsam mit ihrem team unetrstützen Sie Familienunternehmen im ganzen deutschsprachigen Raum bei der Unternehmensnachfolge mit individueller Nachfolgegestaltung, NextGen-Ausbildung zu Führung und Unternehmertum sowie praxisnaher Unternehmensentwicklung.
Dieses und viele weitere Themen hören Sie im Podcast für Familienunternehmer
MISSION:
FAMILY
BUSINESS
Dr. Ronald Hepper spricht mit seiner Tochter Sophie Hepper und spannenden Gästen über alles, was Familienunternehmer bewegt: Nachfolge, Führung, Unternehmensentwicklung, Vermögen uvm. – praxisnah, offen und authentisch.
Unternehmererfahrung trifft Psychologie, Klartext trifft Herzblut – für alle, die ein Familienunternehmen führen, gestalten oder zukunftsfähig aufstellen wollen.
Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Fragen, die uns häufig begegnen mit passenden Antworten.
Ein Nachfolgefahrplan verbindet Ziele, Rollen, Verantwortung, Entscheidungsrechte, Entwicklung des Nachfolgers, die zukünftige Rolle des Übergebers, Unternehmensentwicklung sowie wichtige Eigentums- und Übergabethemen.
Zunächst wird die Ausgangssituation analysiert. Danach werden Ziele und Rollen geklärt, notwendige Entwicklungsschritte definiert und konkrete Verantwortlichkeiten, Meilensteine und Zeitpunkte vereinbart.
So früh, dass noch ausreichend Zeit für Führungsentwicklung, Wissenstransfer, organisatorische Veränderungen und die schrittweise Übertragung von Verantwortung bleibt.
Eine Checkliste hilft dabei, wichtige Themen nicht zu übersehen. Sie ersetzt jedoch keinen individuell abgestimmten Nachfolgefahrplan, da jede Unternehmerfamilie, jeder Nachfolger und jedes Unternehmen andere Voraussetzungen mitbringt.
Wenn Gespräche regelmäßig eskalieren, Entscheidungen blockiert werden, Mitarbeitende unter der Situation leiden oder der Nachfolgeprozess nicht mehr vorankommt.
Die Nachfolgestrategie beschreibt das Ziel und die grundsätzliche Richtung. Der Nachfolgefahrplan übersetzt diese Strategie in konkrete Schritte, Verantwortlichkeiten, Meilensteine und zeitliche Abläufe.
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